Herausforderungen bei Schwerlasttranssporten 2017: Positionspapier des Bundesverbandes Windenergie und des VDMA Fachverbands Power Systems

GE Wind Energy

Unvermeidlich für den Ausbau der Windenergie sind notwendige Schwerlasttransporte. Die Branche kämpft seit geraumer Zeit mit erheblichen Störungen innerhalb der Lieferketten.Beschreibung

Die Windindustrie gehört zu den Zukunftsbranchen in Deutschland und ist Treiber der Energiewende. Mit ihren Investitionen schafft sie nicht nur weltweit, sondern und vor allem auch in Deutschland neue, nachhaltige Arbeitsplätze und ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Derzeit hängen rund 150.000 Arbeitsplätze an der Windenergie in Deutschland. Hersteller von Windenergieanlagen setzten durch Produktion in Deutschland im Jahr 2016 etwa 15 Milliarden Euro um. Das Investitionsvolumen in Windenergieanlagen in Deutschland beträgt etwa 5 Milliarden Euro.

Unvermeidlich für den Ausbau der Windenergie sind die dafür notwendigen Schwerlasttransporte. Die Branche kämpft seit geraumer Zeit mit erheblichen Störungen innerhalb der Lieferketten. Etwa 80-85 Prozent der notwendigen Transporte für den Bau von Windenergieanlagen (WEA) sind aufgrund der Dimensionen und Gewichte genehmigungspflichtige und größtenteils polizeibegleitungspflichtige Schwer- und Sondertransporte. Damit ist aus dem Sonderfall „Genehmigung“ ein Standardfall geworden. Allein die WEA-Hersteller Enercon, GE, Vestas, Senvion, SiemensGamesa und Nordex haben zusammen in 2016 ca. 50.000 Schwertransporte durchgeführt.

Aufgrund der verlängerten Bearbeitungszeit von Transportgenehmigungen, die zurzeit je nach Bundesland zum Teil 5 bis 8 Wochen und mehr betragen können, kommt es bei allen Beteiligten zu einem deutlichen Mehraufwand bei der Abwicklung der Transporte. Kritisch ist vor allem, dass die Projekte nicht mehr planbar sind und sich die Inbetriebnahme der Anlagen deutlich verschiebt. Dies führt aufgrund von quartalsweisen Degressionsstufen in der Vergütung von Strom aus Windenergieanlagen, die aktuell und in 2018 installiert werden, zu erheblichen Kostenrisiken in der Wertschöpfungskette.

Viele neue Anträge entfallen auf den Transport von Windenergieanlagen und Großkomponenten wie Rotorblätter und Turmsegmente. Diese Projekte müssen zügig umgesetzt werden, da die Vergütungen des Stroms aus neuen Windenergieanlagen durch die im EEG verankerte regelmäßige Degression vermindert werden.

Zu den verlängerten Bearbeitungszeiten kommt die marode Infrastruktur, die zu Umwegfahrten führt, so dass die zu fahrenden Strecken am Ende 2- bis 3-mal so lang sind, wie die kürzeste vorhandene Verbindung für Fahrten mit 40-t-Lkw. Diese Mankos wurde von der Politik erkannt, wobei die aktuelle verstärkte Bautätigkeit Großraum- und Schwertransporte vor zusätzliche Herausforderungen stellt.

Positiv anzumerken ist, dass die Politik auf die Schwierigkeiten im Schwerlasttransport zum Teil schon reagiert hat. In einigen Bundesländern sind zum Beispiel Fahrzeiten in den Nächten von Freitag auf Samstag sowie Samstag auf Sonntag ermöglicht worden. Auch gibt es bereits Pilotprojekte für die private Begleitung, die alle bisher sehr positiv verlaufen sind und die neue Verwaltungsvorschrift[1] gibt nun in allem Bundesländern die Möglichkeit, private Begleitung einzuführen.

Wir schließen uns daher der Initiative von 30 Wirtschaftsorganisationen an, deren Ziel es ist, kürzere Bearbeitungszeiten von durchschnittlich 5 Werktagen zu erreichen. Die Anträge sollten unter Berücksichtigung der Einhaltung aller Auflagen erteilt werden. Das bedeutet die Genehmigungen sollten mindestens 1 Woche vor Gültigkeitsbeginn vorliegen.

 


[1] Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Änderung der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) vom 22. Mai 2017.

Folgende Dokumente finden Sie unterhalb des Artikels als Download:

  • Positionspapier des Bundesverbandes Windenergie und des VDMA Fachverbands Power Systems zu den Herausforderungen bei Schwerlasttranssporten 2017 finden Sie unterhalb des Artikels als Download.
  • Schreiben der Verbändeinitiative an die Verkehrsministerinnen und Verkehrsminister der Bundeländer
  • Vorschläge der Verbände-Initiative zur Verbesserung des Genehmigungsverfahrens bei Großraum- und Schwertransporten.

 

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