Erste gemeinsame Ausschreibung für Windenergie an Land und Solar: Die Energiewende braucht ausgewogenen Ausbau

Nordex

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat heute die Ergebnisse der ersten technologieübergreifenden Ausschreibungsrunde für Windenergie an Land und Solar veröffentlicht.

  • Windenergie an Land und Solaranlagen befinden sich auf ambitioniertem Kostensenkungspfad
  • Gebote bilden fehlende Vergleichbarkeit der technologiespezifischen Angebots- und Genehmigungssituation ab
  • Gesamtsystemkosten entscheidend für sinnvollen Ausbau Erneuerbarer Energien

Frankfurt, 12. April 2018 - Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat heute die Ergebnisse der ersten technologieübergreifenden Ausschreibungsrunde für Windenergie an Land und Solar veröffentlicht. Für die 200 MW-Ausschreibung wurden 32 Zuschläge für Gebote in einem Umfang von 210 Megawatt ausschließlich für Solaranlagen erteilt. Die eingegangenen Gebote für Windenergieanlagen an Land konnten sich nicht durchsetzen. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 4,67 ct/kWh.

Die technologieübergreifenden Ausschreibungen haben Pilotcharakter und resultieren aus einer EU-Vorgabe. „Der VDMA bewertet Technologieoffenheit grundsätzlich positiv. Im konkreten Fall ist die gemeinsame Ausschreibung aber kontraproduktiv denn Systemdienlichkeit und -kosten bleiben unzureichend berücksichtigt. Für einen effizienten Ausbau der Erneuerbaren Energien ist dies allerdings unbedingt erforderlich“, bewertet Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems, die Ausschreibungsergebnisse. „Wie an den Zuschlagswerten der technologiespezifischen Ausschreibungen für Windenergie an Land und Solar im Februar 2018 zu erkennen war, befinden sich beide Technologien auf einem wirklich starken Niveau. Die niedrigeren erzielten Zuschlagswerte der technologiespezifischen Ausschreibungen zeigen, dass aus der gemeinsamen Ausschreibung eine Aussage zur Kostenstruktur nicht seriös ableitbar ist.“

Als neues Instrument wurde die Verteilernetzkomponente eingeführt, um die Netzsituation in den gemeinsamen Ausschreibungen zu berücksichtigen. Das Instrument hatte keine erheblichen Auswirkungen auf die erfolgreichen Projekte, so dass VDMA Power Systems sie in Anbetracht ihrer Komplexität grundsätzlich in Frage stellt. „Eine so kleinteilige und an der aktuellen Netzsituation ausgerichtete Regelung ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, hier muss man dringend einfachere und stabilere Ideen finden“, fordert Matthias Zelinger.

 

Über VDMA Power Systems

VDMA Power Systems ist ein Fachverband des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA e.V. Der Fachverband vertritt im In- und Ausland die Interessen der Hersteller von Windenergie- und Wasserkraftanlagen, Brennstoffzellen, Gas-/Dampfturbinen und -anlagen sowie Motorenanlagen. Für sie alle dient VDMA Power Systems als Informations- und Kommunikationsplattform für alle Themen der Branchen wie Energiepolitik, Gesetzgebung, Marktanalysen, Messen, Normung, Standardisierung sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Über VDMA e.V.

Der VDMA vertritt mehr als 3.200 Mitgliedsunternehmen des mittelständisch geprägten Maschinen- und Anlagenbaus. Mit 1,35 Millionen Erwerbstätigen im Inland und einem Umsatz von 224 Milliarden Euro (2017) ist die Branche größter industrieller Arbeitgeber und einer der führenden deutschen Industriezweige insgesamt.

 

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