VDMA: Strommarkt 2.0 belohnt Schnelligkeit in der Erzeugung

RWE

Nach Ansicht des VDMA ist die Flexibilisierung des Strommarktes geeignet, Versorgungssicherheit zu gewährleisten und Investitionen in zukunftsfähige Energieanlagen anzureizen. Der Verzicht auf einen undifferenziert bestandserhaltenden Kapazitätsmarkt ist richtig. Vermieden werden muss aber eine Hängepartie wie beim noch immer nicht von der EU-Kommission genehmigten Gesetz zur Kraft-Wärme-Kopplung.

Nach Ansicht des VDMA ist die Flexibilisierung des Strommarktes geeignet, Versorgungssicherheit zu gewährleisten und Investitionen in zukunftsfähige Energieanlagen anzureizen. Der Verzicht auf einen undifferenziert bestandserhaltenden Kapazitätsmarkt ist richtig. Vermieden werden muss aber eine Hängepartie wie beim noch immer nicht von der EU-Kommission genehmigten Gesetz zur Kraft-Wärme-Kopplung.

Die Verabschiedung des Strommarktgesetzes durch den Bundesrat sieht der VDMA recht positiv: "Es ist richtig, den Strommarkt so zu organisieren, dass Preissignale das reale Geschehen im Stromsystem abbilden. Auch die gestiegene Verantwortung der Beteiligten zur physischen Lieferung von Strom ist wichtig für die Versorgungssicherheit", sagt der Vorsitzende des Arbeitskreises Energiepolitik der Energieanlagenbauer, Dr. Wolfgang Dierker. Besonders relevant sei beides für Investitionen in zukunftsfähige, moderne Anlagen wie Motoren- und Turbinenkraftwerke, Speicher und flexible Verbraucher. Matthias Zelinger, energiepolitischer Sprecher des VDMA, betont: "Wir brauchen in Deutschland, insbesondere mit Blick auf den Atomausstieg und damit dem Ende der Überkapazitäten, Investitionen in zukunftsfähige Energieanlagen. Erst diese sichern Versorgungssicherheit und machen eine Integration der erneuerbaren Energien möglich. Das ebenfalls verabschiedete EEG und das Strommarktgesetz müssen deshalb zusammen wirken.“

Für vorübergehend gerechtfertigt hält der VDMA die Einführung einer Reserve mit Kraftwerken, die nicht mehr am Strommarkt teilnehmen, kritisiert aber die Ausgestaltung. Dazu Zelinger: „Reserven müssen nach ihrer Aufgabe gestaltet werden, für die Netzreserve zum Beispiel darf es keine Größenbegrenzungen geben, dies verhindert womöglich die kostengünstigste Lösung.“

Besonders wichtig ist aus Sicht der Anlagenbauer aber, dass neue Regelungen auch wirksam werden. Matthias Zelinger kritisiert: „Das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz ist Ende letzten Jahres verabschiedet worden. Projekte mit mehreren hundert Megawatt wurden auf dieser Basis geplant und könnten gebaut werden. Leider steht aber eine Einigung der Bundesregierung mit der EU-Kommission aus, so dass Investitionen gestoppt sind und bei Herstellern und Kunden extreme Verunsicherung herrscht. Das muss schnell geklärt werden und darf beim Strommarktgesetz und EEG nicht erneut passieren.“

Mit Blick auf die energiepolitischen Aufgaben der nächsten Zeit erläutert Dr. Dierker: „Die Bundesregierung hat viel auf den Weg gebracht, aber darauf darf man sich nicht ausruhen. In der Weiterentwicklung des Energiemarktes – und das ist eben nicht nur der Strommarkt – müssen noch weitere Schritte erfolgen. Sogenannte Systemdienstleistungen, die für eine stabile Stromversorgung notwendig sind, müssen in einem Markt organisiert werden. Speicher müssen wie andere Flexibilitätsoptionen gleiche Wettbewerbsbedingungen auch im Vergleich zu Nachbarländern bekommen. Und schließlich muss zügig daran gearbeitet werden, dass Energieflüsse über Sektorgrenzen hinweg zwischen Strom, Wärme und Transport ohne unnötige regulatorische Hürden möglich sind.“

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