Branchenportrait

MTU

Bei KWK- sowie Bioenergie-Anlagen verfügen deutsche Hersteller über langjährige Praxiserfahrungen. Neben der technischen Kompetenz bei den Kernkomponenten, wie beispielsweise Motoren, liegt gerade auch im anwendungsorienterten Wissen die Stärke deutscher Hersteller.

Bei KWK- sowie Bioenergie-Anlagen verfügen deutsche Hersteller über langjährige Praxiserfahrungen. Neben der technischen Kompetenz bei den Kernkomponenten, wie beispielsweise Motoren, liegt gerade auch im anwendungsorienterten Wissen die Stärke deutscher Hersteller.


Die deutsche Kraft-Wärme-Kopplungs- und Bioenergieanlagen-Industrie

Im Gegensatz zu den anderen Branchen innerhalb der Energietechnik, bei denen eine Kernkomponente im Mittelpunkt steht, definiert sich die KWK- und Bioenergie-Industrie über die Art der Anwendung bzw. den eingesetzten Brennstoff. Die gleichzeitige, in anderen Worten gekoppelte, Erzeugung von Strom (Kraft) und Wärme ist sowohl auf Basis von Verbrennungsmotoren als auch Turbinen und zukünftig auch Brennstoffzellen möglich. Auch hinsichtlich Leistungsgröße gibt es ein breites Spektrum von Kleinst-KWK-Anlagen im Bereich weniger kW für das Einfamilienhaus bis hin zu Industrie-KWK-Anlagen oder Fernwärme-Anlagen mit mehreren 100 MW.

Neben dem Einsatz von Erdgas und Heizöl spielt das Thema Bioenergie eine wichtige Rolle. Es gibt bereits seit langem Erfahrungen mit dem Einsatz von Anlagen auf Deponien und in Kläranlagen. Vor dem Hintergrund Klima- und Ressourcenschutz ist die Bedeutung von Bioenergieanlagen in den letzten Jahren stark gewachsen.


Markt und Konjunktur

Die konjunkturelle Lage bei Motorenanlagen auf Diesel­ und Gasbasis sowie Industrieturbinen zeigte sich 2015 uneinheitlich. Die unsicheren Rahmenbedingungen sowie die schwierige wirtschaftliche Situation in wichtigen Schwellenlän­dern und die Probleme bei der Finanzierung belasten den Markt für größere Motorenanlagen und Industriekraftwerke. Die wachsende Stromnachfrage und die bessere Verfügbarkeit von Erd­gas konnten dies nicht ausgleichen. Auch die sin­kenden Öl­ und Gaspreise konnten den Markt kaum beleben, da die Kohlepreise im Zuge der wirtschaftlichen Abkühlung in China deutlich gesunken sind. Der Rückgang des Ölpreises zwang wichtige Zielmärkte im Nahen und Mittle­ren Osten, Unternehmen der Erdöl­ und Gasindustrie oder den Bergbau zu radikalen Sparmaß­nahmen. Überkapazitäten in China in der Grundstoffindustrie wirken zudem nicht investi­tionsfördernd.
 
Obwohl dezentrale Anlagen die im Strommarkt zukünftig benötigten flexiblen Erzeugungskapazitäten bereitstellen können, hat sich in Deutsch­land und Europa der Zubau abgeschwächt. Der schnelle Zubau von Windenergie­- und PV­-Anla­gen in Verbindung mit den Überkapazitäten hat an der Strombörse zu Tiefstpreisen geführt. Feh­lende Entscheidungen zur Notifizierung wichti­ger gesetzlicher Regelungen im KWKG und im EEG in Brüssel haben die Situation verschärft.

Der Markt für dieselbetriebene Stromerzeugungsaggregate ist weiterhin robust und profitiert von der unsicheren Stromversorgung in vielen Ländern der Welt.


Technologische Trends

Die Entwicklungen vollzieht sich angesichts der breiten Palette von Einsatzfällen für die Öffentlichkeit kaum wahrnehmbar. Sie profitiert dabei von der Effizienzsteigerung von Verbrennungsmotoren und Turbinen. Auch stellt die optimale Anpassung an den jeweiligen Anwendungsfall eine Herausforderung für den Hersteller dar. Da Motorenanlagen einen wesentlichen Beitrag zur Flexibilisierung der Stromerzeugung und zur Bereitstellung von Systemdienstleistungen leisten müssen, sind zudem Konzepte erforderlich, die häufige und schnelle Anfahrvorgänge ermöglichen.

Für den wirtschaftlichen Anlagenbetrieb stellen die immer längeren Serviceintervalle und die hohen Verfügbarkeitsanforderungen darüber hinaus eine zentrale Herausforderung dar. Hier gilt es gemeinsam mit den Betreibern auch zukünftig nach realisierbaren und fairen Lösungen zu suchen.