Windenergie an Land: Alarmierende Unterzeichnung verdeutlicht dringenden Handlungsbedarf

Vestas Wind Systems

Die Bundesnetzagentur hat gestern die Ergebnisse der zweiten Ausschreibungsrunde 2019 für Windenergie an Land bekanntgegeben.

Die Bundesnetzagentur hat gestern die Ergebnisse der zweiten Ausschreibungsrunde 2019 für Windenergie an Land bekanntgegeben. Von den ausgeschriebenen 650 MW wurden weniger als die Hälfte vergeben. Insgesamt erhielten nur 35 Gebote mit einem Volumen von 270 MW einen Zuschlag. Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 6,13 ct/kWh. Der Höchstwert beträgt 6,2 ct/kWh.

Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems, kommentiert die Ausschreibungsergebnisse für Windenergie an Land wie folgt: „Das Ergebnis der zweiten Ausschreibung unterstreicht deutlich den dringenden Handlungsbedarf! Die Unterzeichnung von 55 Prozent übertrifft sogar noch den schlechten Wert der ersten Ausschreibung im Februar. Der durch extrem restriktive Genehmigungspraxis und Klagerisiken verursachte Mangel an Projekten gefährdet nicht nur den Erfolg der Energiewende, sondern stellt auch die Führungsrolle des Windindustrie-Standorts Deutschland in Frage.

Dringend notwendige Entscheidungen der AG Akzeptanz/Energiewende der Regierungsfraktionen, deren Ergebnisse Ende März vorliegen sollten, stehen immer noch aus. Ihr Ziel war das Erarbeiten von Instrumenten zur Akzeptanzsteigerung, so dass die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung erreicht werden können. Sollte die AG Akzeptanz/Energiewende ihren Aufgaben nicht zeitnah nachkommen, fordern wir, dass das Klimakabinett klare politische Signale sendet. Dem muss ein Aktionsplan Windenergie folgen, um den Standort zu stärken und die ambitionierten Klimaschutzziele bis 2030 für Deutschland und Europa nicht unrealistisch werden zu lassen.

Wir befinden uns derzeit in einer Situation, in der kaum neue Projekte angeschoben werden. Ein Grund ist die anhaltende Diskussion über die pauschale Höhen- und Abstandsregelung, die schnellstmöglich beendet werden muss. Darüber hinaus muss die dringend benötigte Reform der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen (AVV) zur Ermöglichung der bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung geregelt werden. Dies gilt auch für die längst überfällige Vergrößerung des Abstands zwischen Blattspitze und Hindernisbefeuerung. Die Verschleppung der notwendigen Neuregelung gefährdet ganz aktuell Projekte.

Die Zahl der Genehmigungen im ersten Quartal 2019 ist zwar leicht gestiegen - 111 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 413 MW – dennoch liegt dies fast um das Dreifache unterhalb des Niveaus der in den jeweils ersten Quartalen der Jahre 2014 bis 2016 durchschnittlich genehmigten Anlagenleistung von 1.135 MW. Aus dieser Momentaufnahme muss ein dauerhafter Trend steigender Genehmigungen werden!“

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