HUSUM Wind: Hersteller und Zulieferer denken Wind weiter und fordern nationalen Aktionsplan für die Windindustrie

eno energy systems GmbH

Beim VDMA Presse-Club anlässlich der HUSUM Wind, der nationalen Leitmesse für die Windindustrie, erläutern Hersteller und Zulieferer ihre Forderung nach einem nationalen Aktionsplan für die Windindustrie.

Beim VDMA Presse-Club anlässlich der HUSUM Wind, der nationalen Leitmesse für die Windindustrie, erläutern Hersteller und Zulieferer ihre Forderung nach einem nationalen Aktionsplan für die Windindustrie.

Die Industrie denkt Wind weiter und steht mit innovativer Akzeptanz- und Speichertechnologien bereit. „Investitionen in den Innovations- und Produktionsstandort Deutschland müssen sich weiterhin lohnen. Hierfür brauchen die Unternehmen entlang der Lieferkette nach Bestätigung der gemeinsamen Ziele von Bund, Ländern, Umwelt- und Wirtschaftsverbänden nun den umgehenden Abbau administrativer Hemmnisse sowie Standardisierung von Anforderungen an Windenergieanlagen. Der „Windenergiegipfel“ mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier in Berlin war ein konstruktiver Auftakt. Wir brauchen jetzt einen verbindlichen Aktionsplan für die Windindustrie zum Erreichen des 65%-Ziels für den Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch bis 2030 und für den Klimaschutz sowie für den Erhalt und Ausbau von Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland“, erklärt Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems.

Im Vorfeld des Berliner Windgipfels haben Wirtschafts- und Umweltverbände bereits einen 10-Punkte-Plan für den Ausbau der Windenergie in Deutschland vorgelegt. VDMA ergänzt diesen mit spezifischen Vorschlägen der Hersteller und Zulieferer von Windenergieanlagen zu Hemmnisabbau und Standardisierung etwa bei der zügigen Novelle der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen (AVV- Kennzeichnung). „10-Punkte-Plan und VDMA-Aktionsplan sind unsere Vorschläge für die von Minister Altmaier angekündigte To Do Liste für einen nationalen Aktionsplan für die Windindustrie als zentrale Säule der Energiewende. Energie- und klimapolitisch führt am Ausbau der Windenergie kein Weg vorbei“, sagt Alex Robertson, Vice President Sales DACH, Vestas. „Zum Erhalt der Akzeptanz durch den Einsatz von effizientesten Anlagen mit langen Rotorblättern und zur Vermeidung von Lichtemissionen muss beispielsweise endlich die Novelle der AVV-Kennzeichnung eingeleitet werden, die seit Wochen auf dem Schreibtisch des Verkehrsministers liegt. Zudem müssen die Abstände von Windenergieanlagen zu Flugradaranlagen an internationale Standards angepasst werden.“

Neben dem Aktionsplan für mehr Genehmigungen, Hemmnisabbau und Standardisierung an Land sind auch der im Koalitionsvertrag angekündigte Sonderbeitrag und die Erhöhung des Ausbauziels für Wind auf See bis 2030 zum Erreichen des 65%-Ziels dringend notwendig. Onshore- und Offshore-Windenergie lassen sich nicht gegenseitig ersetzen, sondern sind beide erforderlich. Das wachsende Interesse nach klimaneutraler Industrieproduktion sowie ein zunehmender Bedarf an Erneuerbaren Energien aus den Bereichen Mobilität und Wärme erfordern neue Kapazitäten: „Für Kohleausstieg, Erneuerbare Energien Ausbau und die Energiewende insgesamt gilt es, den Netzausbau weiter voranzubringen und die Potentiale der Netze besser zu nutzen. Zudem ist die Weiterentwicklung von Speichertechnologien essenziell“, erläutert Gunnar Liehr, Vice President Onshore Sales & Marketing DACH, Siemens Gamesa.

Für die Zulieferer ergänzt Bernhard Zangerl, Geschäftsführer Bachmann electronic GmbH: „Die Zulieferindustrie denkt Wind ebenfalls weiter und begegnet dem Kostendruck mit innovativen Lösungen. Zur langfristigen Sicherstellung der Technologieführerschaft brauchen die Unternehmen einen wettbewerbsfähigen Rahmen, dem auch die zunehmende Konkurrenz um Investitionen in Klimaschutztechnologien gerecht wird. Investiert wird dort, wo der Markt ist und wo Innovationen eingesetzt werden können.“

Matthias Zelinger betont, dass der VDMA für eine ambitionierte Klimapolitik steht: „Der Maschinen- und Anlagenbau insgesamt hat hohe Erwartungen an das Klimakabinett der Bundesregierung. Gerade für die Nutzung klimaneutraler Energie in Verkehr, Gebäuden und Industrie ist eine Reform der Abgaben und Umlagen mit einer ambitionierten CO2-Bepreisung unerlässlich. Auch für die erzeugungsnahe Nutzung erneuerbarer Energien sowie für den Einstieg in eine Wasserstoffwirtschaft müssen jetzt Weichen gestellt werden. So können wir Windenergie nicht nur weiterdenken, sondern auch viel breiter nutzen.“

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