Bioenergie im politischen Umfeld

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Ein Update anlässlich der Energy Decentral Digital 2021

  • Anteil der Biomasse beträgt 53 Prozent[1] an der gesamten Energiebereitstellung aus erneuerbaren Energieträgern in Deutschland
  • Ausschreibungsdesign in Deutschland muss Weiterbetrieb effizienter und zunehmend flexiblerer Anlagen berücksichtigen
  • Netto-Zubau von Biogasanlagen 2020 erstmals rückläufig

 

Bioenergie im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung

Gemäß der EEG-Novelle 2021 sollen in Deutschland bis zum Jahr 2030 zum Erlangen der Klimaschutzziele 65 Prozent Erneuerbare Energien im Stromsektor erreicht sein. Auch innerhalb der EU hat man sich auf das Ziel geeinigt, einen Anteil von mindestens 32 Prozent Erneuerbare Energien an der gesamten Energieversorgung bis 2030 EU-weit zu erreichen. Der Koalitionsvertrag aus dem Jahr 2018 sieht eine Weiterentwicklung des Bestands von Bioenergieanlagen im Zuge der Ausschreibungen vor, um damit zur Erreichung der Klimaziele im Energie- und Verkehrssektor beizutragen. Darüber hinaus soll die Reststoffverwertung verstärkt und der Einsatz von Blühpflanzen erhöht werden.

Status der Stromerzeugung durch Bioenergie

Biomassekraftwerke und Biogasanlagen, die zur Stromerzeugung eingesetzt werden, sind im Gegensatz zur volatilen Wind- und Solarenergie jederzeit zuverlässig einsetzbar und in ihrer Leistungsabgabe regelbar. Somit stellen sie eine gute Ergänzung zur Nutzung von Wind und Sonne dar. Der zunehmende Anteil regenerativer Energien im Energiemix verlangt eine brennstoffbasierte Absicherung der Versorgungssicherheit. Da der Stromsektor eine flexible Erzeugung erfordert, kann dies besonders durch Technologien, die gasförmige Energieträger einsetzen, geleistet werden. In einem zunehmend erneuerbaren Energiesystem ist die strombasierte Sektorkopplung wichtig für die Flexibilität und Stabilität der Stromversorgung.

Im Jahr 2019 lag die Stromerzeugung aus Biomasse einschließlich Klär- und Deponiegas sowie des erneuerbaren Anteils der Siedlungsabfälle in Deutschland bei 50,2 TWh (2018: 50,9 TWh).2 Diese Zahl hat sich seit dem Jahr 2000 (4,7 TWh) mehr als verzehnfacht. An der Summe hatte Biogas (einschl. Biomethan) im Jahr 2019 mit 28,4 TWh den größten Anteil.3 Gemessen am Anteil der gesamten Energiebereitstellung aus erneuerbaren Energieträgern in Höhe von 455,3 TWh kommt die Biomasse (feste Brennstoffe, Biokraftstoffe oder Biogas) auf einen Anteil von 53 Prozent.4 Der Anteil an der Bruttostromerzeugung beträgt 20,7 Prozent. Der Großteil dieser Strommengen wird über  das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Die energetische Biomassenutzung findet zudem außerhalb des EEG, zum Beispiel mittels Stromerzeugung aus den  biogenen Anteilen des Abfalls, der Verbrennung von Schwarzlauge oder Klärschlamm statt.5

 

Weitere Details entnehmen Sie bitte dem PDF.

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